Ehepaar Glaser-Müller Seelsorger in Kißlegg und Wangen

© Simone Ettmüller

Seit Oktober 2019  ist  Friedemann Glaser Pfarrer in Kißlegg.Der 55-jährige Theologe betreute in den vergangenen fünf Jahren in Stellenteilung mit seiner Frau, Pfarrerin Franziska Müller, die evangelisch-lutherische Pfarrstelle Florenz. Davor war das Ehepaar im Kirchenbezirk Mühlacker in den Gemeinden Großglattbach und Iptingen tätig. Pfarrer Glaser wurde in Schwäbisch Hall geboren. Nach dem Abitur studierte er in Erlangen, Tübingen, Kiel und Wien Theologie. Franziska Müller stammt aus Balingen und absolviert ihr Theologiestudium in Mainz, Rom und Tübingen. Die 50-Jährige Theologin hat seit Oktober 2019 einen halben Dienstauftrag als Seelsorgerin an den Fachkliniken Wangen übernommen und folgt damit Jirij Knoll nach, der jetzt als Studierendenseelsorger in Weingarten tätig ist.
Zu dem Stellenwechsel und Umzug kam noch eine weitere Etappe im Leben der Pfarrfamilie hinzu: Ihr sechsjähriger Sohn Felix wurde eingeschult und ist jetzt Erstklässler an der Grundschule Kißlegg. Das war auch einer der Gründe, warum die Familie wieder nach Württemberg zurückgekehrt ist. Die Entscheidung für den Kirchenbezirk Ravensburg fiel nicht zuletzt deshalb, weil dort zwei benachbarte Pfarrstellen, in Kißlegg und in der Fachkliniken Wangen, zu besetzen waren, die das Ehepaar ansprechend fanden und die sich ihrer Meinung nach auch von der Arbeitszeit her auch familienfreundlich organisieren ließen.
Trotzdem: Der Abschied von Florenz ist ihnen nicht leicht gefallen. „In den vergangenen fünf Jahren hatten wir dort viele schöne Begegnungen nicht nur in unserer Gemeinde, sondern auch darüber hinaus in der ganzen Evangelisch-lutherischen Kirche Italiens, in der Ökumene und mit Vertretern anderer Religionen, besonders mit der jüdischen Gemeinde. Bei unserem Abschiedsgottesdienst am 1. September waren deshalb viele Freunde aus ganz unterschiedlichen Zusammenhängen da, was uns noch einmal bewusst gemacht hat, wie spannend und breitgefächert unsere Arbeit in Italien war.
Zu seinem neuen Aufgabengebiet sagt Pfarrer Glaser: „Gerne arbeite ich in einer Diasporasituation. Was es heißt, ökumenisch offen und zugleich evangelisch profiliert zu sein, haben wir in den vergangenen fünf Jahren in Italien erlebt. Besonders danken möchte ich auch meinem Vorgänger, Pfarrer Jörg Scheerer, der mich im Vorfeld sehr kollegial über die Gemeindesituation informiert hat.“ Die ersten Wochen in Kißlegg wurden auch als sehr ermutigend empfunden: „Wir sind sehr herzlich empfangen worden und haben viele hilfsbereite Menschen gefunden, die uns beim Einleben geholfen haben.“
Franziska Müller erklärt zu ihrem neuen Amt: „An der Ausschreibung der Pfarrstelle an den Wangener Fachkliniken hat mich besonders der Seelsorgeauftrag für die jugendlichen Langzeitpatienten – und ihre Familien – angesprochen. Inzwischen sind mir auch Menschen begegnet, die vor vielen Jahren schon Patienten dort gewesen sind: Bis heute beschreiben sie den Aufenthalt als einschneidendes Erlebnis. Ich möchte einfach da sein, zuhören und gemeinsam Perspektiven entdecken, wie dieser Einschnitt gut überstanden werden kann. Ich hoffe, dass ich mit meinen Ausbildungen als personenzentrierte Beraterin und als geistliche Begleiterin Kompetenzen erworben habe, die dazu helfen können. Sehr froh bin ich, sowohl in der Klinik als auch darüber hinaus mit Kolleginnen und Kollegen vernetzt zu sein.