Lesegottesdienst zum 1. Sonntag nach Trinitatis, von Prädikantin Astrid Greshake, Bad Wurzach


Musik zum Eingang

Wir feiern diesen Gottesdienst im Namen Gottes –
des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes (Amen).

Ich begrüße Sie herzlich zum Gottesdienst am 1. Sonntag nach Trinitatis.
„Wer euch hört, der hört mich;
und wer euch verachtet, der verachtet mich.
“       
So lautet der Wochenspruch – er steht im Lukasevangelium im 10. Kapitel.

Beten wir gemeinsam mit Worten aus dem Psalm 34:
Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist.

Ich will den Herrn loben allezeit;

sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein.

 

Meine Seele soll sich rühmen des Herrn,

dass es die Elenden hören und sich freuen.

 

Preiset mit mir den Herrn

und lasst uns miteinander seinen Namen erhöhen!

 

Als ich den Herrn suchte, antwortete er mir

und errettete mich aus aller meiner Furcht.

 

Die auf ihn sehen, werden strahlen vor Freude,

und ihr Angesicht soll nicht schamrot werden.

 

Als einer im Elend rief, hörte der Herr

und half ihm aus allen seinen Nöten.

 

Der Engel des Herrn lagert sich um die her, die ihn fürchten,

und hilft ihnen heraus.

 

Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist.

Wohl dem, der auf ihn trauet!

 

Fürchtet den Herrn, ihr seine Heiligen!

Denn die ihn fürchten, haben keinen Mangel.

 

Reiche müssen darben und hungern;

aber die den Herrn suchen, haben keinen Mangel an irgendeinem Gut.

 

Wenn die Gerechten schreien, so hört der Herr

und errettet sie aus all ihrer Not.

 

Der Herr ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind,

und hilft denen, die ein zerschlagenes Gemüt haben.

 

Der Gerechte muss viel erleiden,

aber aus alledem hilft ihm der Herr.

 

Der Herr erlöst das Leben seiner Knechte,

und alle, die auf ihn trauen, werden frei von Schuld.

Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist

Alle:
wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von
Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen

Beten wir weiter:
Ewiger Gott,
der du der Morgen bist und der Abend.
Wir danken dir für die Ruhe der Nacht
und für diesen neuen Tag.
Durch dein Wort und im Leben der Propheten
und Apostel tust du uns kund,
was dein Wille für ein gutes Leben ist.
Darum bitten wir dich:
Öffne unsere Ohren und unsere Herzen für das,
was du uns sagen willst.
Lehre uns verstehen, was es für uns heute heißt,
dir nachzufolgen.

Beten wir weiter in der Stille.

Wir danken Dir, Gott, dass Du uns hörst, und vertrauen darauf, dass Du uns hilfst.
Amen.

Wir singen das Lied: Von Gott will ich nicht lassen (EG 365, 1–5)

(1)  Von Gott will ich nicht lassen, denn er lässt nicht von mir, führt mich durch alle Straßen, da ich sonst irrte sehr. Er reicht mir seine Hand; den Abend und den Morgen tut er mich wohl versorgen, wo ich auch sei im Land.

(2)  Wenn sich der Menschen Hulde und Wohltat all verkehrt, so find't sich Gott gar balde, sein Macht und Gnad bewährt. Er hilft aus aller Not, errett' von Sünd und Schanden, von Ketten und von Banden, und wenn's auch wär der Tod.

(3)  Auf ihn will ich vertrauen in meiner schweren Zeit; es kann mich nicht gereuen, er wendet alles Leid. Ihm sei es heimgestellt; mein Leib, mein Seel, mein Leben sei Gott dem Herrn ergeben; er schaff's, wie's ihm gefällt!

(4)  Es tut ihm nichts gefallen, denn was mir nützlich ist. Er meint's gut mit uns allen, schenkt uns den Herren Christ, sein' eingebornen Sohn; durch ihn er uns bescheret, was Leib und Seel ernähret. Lobt Gott im Himmelsthron!

(5)  Lobt ihn mit Herz und Munde, welchs er uns beides schenkt; das ist ein sel'ge Stunde, darin man sein gedenkt; denn sonst verdirbt all Zeit, die wir zubringn auf Erden. Wir sollen selig werden und bleibn in Ewigkeit.

Predigt

Liebe Gemeinde,
in unserem Alltag beschäftigen uns – ganz abgesehen von den aktuellen Problemen mit Hygienevorschriften, Abstandsregeln und Vorschriften zu Versammlungen, Gottesdiensten, Festen usw. -  viele Fragen, bei denen wir unsicher sind und gute Berater benötigen, die uns helfen, die für uns richtige Entscheidung zu treffen.

Stellen Sie sich ein Ehepaar im Ruhestand vor:
Sie sind glückliche und stolze Großeltern, verbringen gerne Zeit mit den Enkelkindern  und haben jede Woche einen fest eingeplanten »Enkeltag«.
Das kennen sicherlich viele von Ihnen aus eigenen Erfahrungen oder aus dem Bekanntenkreis.
Jetzt haben sich die Großeltern überlegt, noch etwas zu tun: Da es den beiden Rentner finanziell sehr gut geht, haben sie beschlossen, für die Enkelkinder etwas Geld zur Seite zu legen. Zinsen gibt es ja nicht groß, aber ein bisschen was wird schon herausspringen – so der Gedanke der beiden.
Der Besuch bei der Bank hat die Großeltern allerdings ziemlich verwirrt, als der Berater ihnen die vielfältigen Möglichkeiten zur Geldanlage präsentiert hat.
Diese Vielzahl der Anlagefonds ist für sie undurchschaubar. Sie können gar nicht einschätzen, was genau dann mit ihrem Geld gemacht wird.
Vielleicht investieren sie ohne es zu wissen in Unternehmen, die mit Nahrungsmitteln spekulieren oder mit Waffen in aller Welt handeln.
Das wollen sie doch auf keinen Fall.
Ebenso wenig möchten sie mit dem Hunger anderer oder mit der Ausrüstung von Kindersoldaten in Bürgerkriegsländern die finanzielle Zukunft der eigenen Enkel absichern.
Geld anzulegen ist also gar nicht so leicht!

Auch viele andere Fragen unserer Zeit sind ähnlich kompliziert wie die, die das Ehepaar mit der Geldanlage hat.
Von der Diskussion um Organspende über Chancen und Probleme der Digitalisierung bis hin zu den Maßnahmen im Klimaschutz ist alles so vielschichtig.
Überall sind Expertinnen und Experten nötig.

Schön wäre es, wenn es hier ganz klare, eindeutige Anweisungen gäbe. Einfach um zu wissen, wo es langgeht. Doch so einfach ist das nicht.
Auch der Blick in die Bibel bringt bei solchen Fragen nicht das gewünschte Ergebnis.
Sie enthält weder das Kapitel zur Digitalisierung noch den Merkvers zum Klimaschutz noch den Hinweis auf den vorzüglichen Aktienfonds.
Direkt anwendbare Angaben zu den Themen unserer Zeit – Fehlanzeige.

Dennoch gilt auch umgekehrt:
Wenn die Bibel zu all den Fragen unserer Zeit nichts zu sagen hätte, wäre es um ihre Orientierungskraft schlecht bestellt. Aber so ist es nicht. Unser Ruheständlerpaar könnte durchaus etwas mitnehmen zum Problem bei der Geldanlage für die Enkelkinder.
Gerade am heutigen Sonntag, der sich im Kirchenjahr besonders auf das Leben von Propheten und Aposteln konzentriert.
Eine solche biblische Spurensuche kann Orientierung bringen.
Eine Spurensuche bei den Aposteln, den ersten Nachfolgenden Jesu, kann eine Hilfe für Entscheidungen in unserem Leben sein.

Hören Sie den Abschnitt aus dem vierten Kapitel in der Apostelgeschichte des Lukas, der für heute als Predigttext vorgesehen ist:
Lesung: 
Die Gütergemeinschaft der ersten Christen (Apostelgeschichte 4, 32–37)
„Die Menge der Gläubigen aber war ein Herz und eine Seele; auch nicht einer sagte von seinen Gütern, dass sie sein wären, sondern es war ihnen alles gemeinsam. Und mit großer Kraft bezeugten die Apostel die Auferstehung des Herrn Jesus, und große Gnade war bei ihnen allen. Es war auch keiner unter ihnen, der Mangel hatte; denn wer von ihnen Land oder Häuser hatte, verkaufte sie und brachte das Geld für das Verkaufte und legte es den Aposteln zu Füßen; und man gab einem jeden, was er nötig hatte. Josef aber, der von den Aposteln Barnabas genannt wurde – das heißt übersetzt: Sohn des Trostes –, ein Levit, aus Zypern gebürtig, der hatte einen Acker und verkaufte ihn und brachte das Geld und legte es den Aposteln zu Füßen.“

Keiner leidet Mangel, weil alle alles gemeinsam besitzen. So beschreibt der Evangelist Lukas, der auch die Apostelgeschichte geschrieben hat, die urchristliche Gemeinde.
Nach dem begeisternden Pfingsterlebnis gehen die Christen in Jerusalem ihren Weg, angeleitet von Petrus und den anderen Aposteln. Und das sieht in der Rückschau des Lukas so aus:
Kein Mangel, weil alle füreinander sorgen.

Kritik an dieser Beschreibung lässt nicht lange auf sich warten:

»Weltfremder Kitsch« sei das doch, hallt es dem Text entgegen. Utopisch, dass alle verkaufen, was sie haben und es der Gemeinschaft stiften.
Und dann dieses „rosarote Gefasel“ von wegen
»ein Herz und eine Seele« – kitschig und weltfremd eben.
Damit nicht genug. Die Vorwürfe an den kurzen Abschnitt aus der Apostelgeschichte kommen noch aus einer ganz anderen Richtung:
»Gefährlicher Kommunismus« werde hier stark gemacht! Allen gehört alles. Das sei doch ein Bild vom Zusammenleben, das Privateigentum verteufelt und abschaffen will.
Müssen wir dann etwa Besitz enteignen?
Die Geschichte hat doch gezeigt, dass der Kommunismus nicht funktioniert, dass er auf dem Weg seines Scheiterns nur Unterdrückung und Unfreiheit hervorbringt.
Also: Von »weltfremder Kitsch« bis hin zu »gefährlicher Kommunismus«!
Bei solch einer Bandbreite an Vorwürfen lohnt es sich, den Abschnitt aus der Apostelgeschichte genauer unter die Lupe zu nehmen.

»Ein Herz und eine Seele« seien die Christen der Urgemeinde gewesen, hören wir.
Genau genommen spricht da aber nicht so sehr der Verfasser Lukas, sondern der Übersetzer Martin Luther. Seine sprichwörtlich gewordene Übertragung ins Deutsche steht für ein romantisches Ideal von Eintracht.
Das biblische Wort im Ursprungstext betont aber etwas anderes: Hier geht es um Herz und Seele als zwei wesentliche Aspekte dessen, was den Menschen ausmacht. Sein Denken und Fühlen ist gemeint, seine ganze Haltung.
Für Hörerinnen und Hörer, die diesen Abschnitt vor einem jüdischen Hintergrund hörten, war die Sache völlig klar.
Wie im berühmten »Schma Israel« – dem jüdischen Glaubensbekenntnis – von Herz, Seele und Kraft die Rede ist, so ist auch hier der ganze Mensch in seinem Denken, Tun und Wollen angesprochen.
Also kein romantischer Harmoniekitsch, sondern eine Frage der Haltung.
Die grundlegende Einstellung der ersten Christen war eine ganz bestimmte Haltung, die in den Versen von Lukas ziemlich genau beschrieben wird.
Es geht dabei um zweierlei.
Das Eine ist das Fundament, die absolute Grundlage:
»Mit großer Kraft bezeugten die Apostel die Auferstehung des Herrn Jesus«.
Ohne diese Verkündigung und ohne das Vertrauen auf diese Kraft gäbe es die Jerusalemer Urgemeinde nicht – gäbe es überhaupt keine christliche Gemeinde.
Das Andere ist davon nicht zu trennen:
»Auch nicht einer sagte von seinen Gütern, dass sie sein wären, sondern es war ihnen alles gemeinsam«. In »Herz und Seele« oder »Denken und Fühlen« oder auch »in der innersten Einstellung« gehört für Lukas beides untrennbar zusammen:
das Vertrauen auf die Auferstehung Jesu und die Fürsorge für den, der womöglich Mangel leiden müsste, weil er zu wenig zum Leben hat.
Erst wo beides zusammenkommt, ergibt sich, was Lukas so in Worte fasst:
»Und große Gnade war bei ihnen allen«.

Bleibt allerdings noch immer der Zweifel daran, ob Lukas nicht doch zu weit geht.
Allen soll alles gehören?
Gemeindeeigener Besitz anstelle von Privateigentum? Tatsächlich aber ist die Apostelgeschichte in dieser Sache viel bescheidener. Sie spricht keineswegs davon, dass aller Besitz zugunsten der Gemeinschaft veräußert werden musste. Gemeint ist vielmehr, dass wohlhabende Gemeindeglieder das verkauften, was sie durch Geschäfte hinzuerworben hatten. So gewonnenes Geld wurde der Gemeinschaft für die Armenfürsorge zur Verfügung gestellt.
Um Missverständnisse zu vermeiden:
Das ist immer noch eine ganze Menge, ein herausfordernder Schritt im eigenen Leben für jeden einzelnen. Wie schwer, das zeigt Lukas im Folgekapitel.
Es erzählt von zwei Gemeindegliedern, die sich nicht dazu überwinden konnten, den eigenen Zugewinn zu spenden.
Weltfremd, nein weltfremd ist die Apostelgeschichte nicht.

Ich muss gestehen, dass mir eigentlich dieser kommunistische Gedanke gefällt und dass ich es gleichzeitig immer etwas bedaure, dass wir Menschen dazu wohl nicht geschaffen sind.
Da bin ich dann wieder realistisch genug und weiß, dass es doch schon beim Putzen der Küche und des Bades in der WG zu fürchterlichen Konflikten kommen kann, weil die Vorstellungen der Mitbewohner über Sauberkeit und Ordnung weit auseinander liegen können.
Und dann soll man alles Geld  in einen Topf werfen und damit auch Arme und Bedürftige unterstützen? Das wäre ja für viele noch ok.
Aber auch die Faulpelze, die gesund sind, aber nicht arbeiten wollen?
Wer entscheidet dann, wieviel jeder durch Arbeit beitragen kann und muss? Kommunismus funktioniert mit uns Menschen einfach nicht.

Bei diesem Text denke ich aber auch an viele Freikirchen, bei denen die Mitglieder wirklich ein Zehntel ihres Einkommens an die Gemeinde abgeben, um die Kosten zu decken und die caritativen Aufgaben der Gemeinde zu finanzieren. Das finde ich schon eine großartige Leistung und ich muss gestehen, dass es viele Phasen in meinem Leben gegeben hat, in denen es mir schwer gefallen wäre, solch einen Beitrag zu leisten.

Ich denke auch an unsere französische Partnergemeinde, die mit sehr wenigen Mitgliedern und vielen Kirchengebäuden darauf angewiesen ist, dass durch Spenden der Gemeindeglieder der Pfarrer bezahlt und die Gebäude einigermaßen in Stand gehalten werden.

Das sind zwar keine Beispiele für „Alle besitzen alles“, wie es in unserem Lukas-Text steht, aber aus meiner Sicht ist es schon eine deutlich stärkere Bereitschaft zum Teilen, als sie hier bei uns üblich ist.

„Alle besitzen alles“ ist also gar nicht unser Ziel, aber es ist doch wichtig, dass wir uns Gedanken darüber machen, dass unsere Haltung unser Handeln prägt.
Vor allem aber auch umgekehrt:
Dass wir durch unser Handeln unsere Haltung zum Ausdruck bringen.

Der Glaube an die Auferstehung lässt sich nicht von der Sorge um die Bedürftigen trennen. »Große Gnade« ist da, wo beides zusammenkommt.

Das wollen wir nicht aus dem Blick verlieren!

Doch zurück zu den Großeltern und ihrer Geldanlage:
Was hilft den beiden das vorbildliche Leben der Apostel und der ganzen Urgemeinde bei ihrer Suche nach der richtigen Geldanlage für die Enkelkinder? Sie wollten doch gar nicht mit den Bedürftigen teilen? Oder doch?! Wenn wir die Vorsorge um die Kinder und Enkel auch dazu rechnen?!
Den eigenen Besitz teilen, könnte ja auch bedeuten, Geld z.B. bei Oikocredit zu investieren. Sie annoncieren immer wieder im Ev. Gemeindeblatt. Oikocredit ist eine Genossenschaft, die mit dem Kapital ihrer Mitglieder Partnerorganisationen in Entwicklungs- und Schwellenländern finanziert.
Hilfe ganz konkret: Mit unserem Geld könnte z.B. eine junge Frau irgendwo in Asien eine Nähmaschine kaufen und durch ihre Näharbeiten Geld verdienen, um ihre Familie zu ernähren.
Oder eine Familie in Afrika bekommt eine Wasserpumpe, um die Erträge in ihrer Landwirtschaft zu verbessern und somit ihr Überleben zu sichern.

So gibt es unendlich viele Beispiele, was wir mit unserem eigenen Besitz tun könnten, wie wir ihn teilen könnten, um Mangel zu vermeiden.

Wir sind alle dafür verantwortlich, dass wir die Ressourcen unserer Welt schonen und sie in einer Art verwenden, dass es nicht auf Kosten von Umwelt und unseren Mitmenschen geht.
Das heißt nichts anderes als deren Mangel zu vermeiden.

Und mit dieser Sorge für die Gemeinschaft ist nicht die Gemeinde der Glaubenden gemeint.
Ob Christen oder nicht – alle Menschen, die Mangel leiden, brauchen, dass wir fair handeln.

Unsere beiden Großeltern aus der Momentaufnahme vom Beginn wollen das ganz konkret werden lassen. Sie haben sich inzwischen informiert, und wissen, dass es sogenannte »ethischen Investments« gibt. Es geht darum, Geldanlagen zu meiden, die auf Kosten anderer Menschen und der Umwelt Gewinne machen. Das Spekulieren mit Nahrungsmitteln oder der Handel mit Waffen sollen ausgeschlossen werden. Mit Hunger und Leid soll kein Gewinn möglich sein.
Die beiden Rentner werden ihren Bankberater fragen, ob die Angebote, die er ihnen vorlegt, nachhaltig und fair sind. Ob sie klimaverträglich sind.
Ob sie dem Frieden in der Welt dienen.
Denn das ist den beiden inzwischen klar:
So und nicht anders wollen sie das Geld für ihre Enkel zurücklegen.
Wenn der Berater  ihnen keine Antwort auf ihre Fragen geben kann, dann werden sie woanders weitersuchen.

Lassen Sie uns alle dazu beitragen, dass wir „ein Herz und eine Seele sind“, dass unser Denken, Fühlen und Handeln zusammen passen, indem wir unseren Glauben mit der Sorge um die Bedürftigen untrennbar verbinden.  
Amen.

Wir singen das Lied: Gott gab uns Atem, damit wir leben (EG Nr. 432, 1-3)

(1)  Gott gab uns Atem, damit wir leben. Er gab uns Augen, dass wir uns sehn. Gott hat uns diese Erde gegeben, dass wir auf ihr die Zeit bestehn. Gott hat uns diese Erde gegeben, dass wir auf ihr die Zeit bestehn.

(2)  Gott gab uns Ohren, damit wir hören. Er gab uns Worte, dass wir verstehn. Gott will nicht diese Erde zerstören. Er schuf sie gut, er schuf sie schön. Gott will nicht diese Erde zerstören. Er schuf sie gut, er schuf sie schön.

(3)  Gott gab uns Hände, damit wir handeln. Er gab uns Füße, dass wir fest stehn. Gott will mit uns die Erde verwandeln. Wir können neu ins Leben gehn. Gott will mit uns die Erde verwandeln. Wir können neu ins Leben gehn.

 

Fürbittengebet
Barmherziger Gott,

Wir danken dir für das Geschenk deiner unendlichen Liebe.
Wir danken dir, dass du uns ins Leben gerufen hast,
um die Welt nach deinem Willen zu gestalten.

Wir bitten dich:
Schenke uns Kraft und Einsicht, dieser Aufgabe gerecht zu werden.
Auf dass wir in Fürsorge und mit Umsicht deine Schöpfung bewahren
und unsere Mitmenschen vor Mangel bewahren.

Bewege die Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft und an vielen anderen Stellen in unserer Gesellschaft, auf dass sie ihre Möglichkeiten zum Wohle vieler und nicht zum Nutzen einiger weniger einsetzen.

Gibt den Menschen Geduld und Ausdauer, die für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung Deiner Schöpfung überall in der Welt eintreten.

Zeige den Menschen, die sich in Konflikten und Streit aufreiben, neue Perspektiven und Wege zur Versöhnung.

Schenke den Kranken, den Sterbenden und allen Trauernden deinen Beistand und Trost. Gib ihnen Zuversicht in dieser schweren Zeit.
Lass sie spüren, dass du für sie da bist.

Alles, was uns noch am Herzen liegt, legen wir nun Dir ans Herz, wenn wir gemeinsam das Vaterunser beten

Wir singen das nächste Lied: Aus Gottes guten Händen (EG 646, 1-5)

(1)  Aus Gottes guten Händen kommt Zeit und Ewigkeit.
Da breitet sich der Himmel aus, was eng ist wird nun weit,
da breitet sich der Himmel aus, was eng ist wird nun weit.

(2)  Aus Gottes guten Händen fließt Liebe und fließt Mut.
Da breitet sich der Himmel aus, und allen tut es gut,
da breitet sich der Himmel aus, und allen tut es gut.

(3)  Aus Gottes guten Händen kommt Glauben und Vertraun.
Da breitet sich der Himmel aus und hilft Gemeinde baun,
da breitet sich der Himmel aus und hilft Gemeinde baun.

(4)  Aus Gottes guten Händen strömt die Barmherzigkeit.
Da breitet sich der Himmel aus und macht zum Dienst bereit,
da breitet sich der Himmel aus und macht zum Dienst bereit.

(5)  In seinen guten Händen liegt, was uns alle hält.
Da breitet sich die Liebe aus, die Hoffnung für die Welt,
da breitet sich die Liebe aus, die Hoffnung für die Welt.

 

 

Segen: Empfangt den Segen des Herrn

Der Herr segne dich und behüte dich.
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig.
Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich
und gebe dir Frieden.
Amen

Musik als Nachspiel

 

 

Astrid Greshake, Prädikantin
(Ev. Kirchengemeinde Bad Wurzach)

 

Gottesdienst-Vorlage: 
Kirchenrat Dr. Til Elbe-Seiffart, Referent für Ethik und Weltanschauung

Brenzmedaille für Gisela Riess

© Gustav Gauss

Mit der bronzenen Brenz-Medaille ehrt die Evangelische Landeskirche in Württemberg verdiente ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Pfarrer Friedemann Glaser konnte im Gottesdienst an Pfingsten diese Auszeichnung Gisela Riess übereichen. Die 56-Jährige ist seit über 30 Jahren Mitglied im Kirchengemeinderat der evangelischen Kirchengemeinde Kißlegg. Darüber hinaus ist sie in vielen anderen Bereichen der Kirchengemeinde engagiert: Unter anderem organisiert Gisela Riess seit zwanzig Jahren das Gemeindefest, arbeitet im Umweltteam mit und hält Kindergottesdienst.

Pfarrer Glaser hob in seiner Ansprache hervor, dass man sich auf Gisela Riess immer verlassen könne, wenn sie eine Aufgabe in der Gemeinde übernimmt. Außerdem spüre man, wie wichtig ihr der Glaube an Jesus und die Weitergabe des Evangeliums vor allem an die junge Generation sei. Ausdrücklich bedankte er sich nicht nur bei Gisela Riess, sondern auch bei ihrer Familie für alle Mitarbeit und Unterstützung.

In einem schriftlichen Grußwort sprach auch der Ravensburger Dekan Friedrich Langsam seinen Dank an Gisela Riess für ihr großes Engagement aus. So ist sie seit Jahren Bezirkssynodalin der Kirchengemeinde Kißlegg. Dekan Langsam schätzt an ihr vor allem die Gabe, auf andere zuzugehen und zuhören zu können.

Nachdem Gisela Riess die bronzene Brenzmedaille und die Glückwunschurkunde des Landesbischofs Frank-Ottfried July erhalten hatte, wandte sie sich an die Gottesdienstgemeinde. Sie bedankte sich zunächst bei allen, die sie in den vergangenen Jahrzehnten bei ihrem ehrenamtlichen Einsatz unterstützt haben. Sie stamme aus einer evangelischen Familie, die immer schon in der Kirchengemeinde aktiv war. Gisela Riess betonte abschließend auch, dass zu allem persönlichen Engagement der Segen Gottes kommen müsse, damit Gemeinde wachsen kann.

Die evangelische Kirchengemeinde Kißlegg feierte ihren Pfingstgottesdienst aufgrund der durch die Infektionsschutzmaßnahmen begrenzenten Platzzahl in der Kirche im Freien auf der Wiese davor. Die Brenzmedaille ist nach dem süddeutschen Reformator Johannes Brenz (1499-1570) benannt, der ein enger Freund Martin Luthers war. Durch seinen Katechismus und seine Kirchenordnung hat Brenz wesentlich zum Aufbau der Evangelischen Landeskirche in Württemberg beigetragen.

Gottesdienste in unserer Gemeinde

Herzliche Einladung zu unseren Gottesdiensten im Juni - immer um 9.30 Uhr

Sonntag, 07. Juni (Trinitatis)                 mit Pfarrer Glaser

Sonntag, 14. Juni (1. So.n. Trinitatis)    mit Prädikant Blumenthal

Sonntag, 21. Juni (2. So.n. Trinitatis)    mit Pfarrer Glaser

Sonntag, 28. Juni (3. So.n. Trinitatis)    mit Pfarrer Glaser

Herzliche Einladung zu unseren Gottesdiensten im Juli - immer um 9.30 Uhr

Sonntag, 05. Juli  (4. So.n. Trinitatis)     mit Pfarrer Glaser

Sonntag, 12. Juli  (5. So.n. Trinitatis)     mit Prädikantin Nowigk

Sonntag, 19. Juli  (6. So.n. Trinitatis)     mit Pfarrer Stolz aus Aitrach

Sonntag, 26. Juli  (7. So.n. Trinitatis)     mit Pfarrer Glaser